Der Wunsch nach Verbindung entspricht unser menschlichen Natur

Der Mensch ist ein soziales Wesen und wird mit dem Wunsch nach Verbindung geboren. Wir tragen von Geburt an ein sicheres Bindungssystem in uns, das durch verschiedene Umstände und belastende Ereignisse gestört werden kann. Daraus entstehen emotionale-seelische Verletzungen, sog. Bindungsstörungen, die unsere Beziehungsfähigkeit auch als Erwachsene negativ beeinflussen – wir erleben immer wieder verschiedene Formen von Isolation, Trennung, Nicht-Zugehörigsein - kurz: von Beziehungsstörungen und damit verbundenen Verletzungen.

 

Wie kommt es zu überhaupt zu Bindungsstörungen, wenn unser Wunsch nach Verbindung doch so zentral ist?

Ursachen einer gestörten Bindung sind z.B. vorgeburtliche und Geburtstraumata, das Erleben von fehlender Fürsorge und Sicherheit, Abbruch oder häufiger Wechsel der Bezugspersonen, erschwerte familiäre Belastungen (Trauma, Krankheit, Süchte etc.), entwicklungspsychologische Störungen, traumatische Ereignisse, unsicherer und wechselnder Erziehungsstil und insgesamt alle Bedingungen, die uns in unserer Zugehörigkeit und familiären Bindung nachhaltig verunsichern.

 

In der Erwachsenenbeziehung werden unseren alten Bindungsmustern wieder aktiviert, alte Wunden und Verhaltensweisen schieben sich in den Vordergund und erschweren tiefere Bindungen und beziehungen aufzubauen und zu genießen. Das Auftauchen alter Muster und Themen ermöglicht aber auch einen Change, alte und unsichere Bindungsmuster durch neue positive Beziehungserfahrungen zu ersetzen und zu heilen.Die Arbeit mit SATe bietet die Möglichkeit neue Sicherheit im Kontakt für sich zu erfahren und zu integrieren.


Folgen von Bindungsstörungen

  • Angst verlassen zu werden und vor dem Alleinsein
  • Angst, den eigenen Raum zu verlieren
  • keine eigenen gesunden Grenzen setzen können
  • keine erfüllende Partnerschaft leben können (sich trennen oder verlassen werden)
  • vorziehen allein zu bleiben (bei großer Sehnsucht nach Nähe)
  • Angst vor Nähe und Zurückweisung
  • gestörtes Nähe – Distanz Empfinden
  • keine Vertrauen in das gegenüber
  • sich und seine Bedürfnisse nicht spüren können

Bindungsstile

  • Gesunde Bindung
  • vermeidender Bindungsstil
  • ambivalenter Bindungsstil
  • desorientierter Bindungsstil


Was ist Somatic Attachment Training experiencing (SATe)?

Kernstück des Arbeitens mit Bindungsverletzungen nach Diane Pool Heller ist es, alte Bindungsmuster- und Wunden zunächst zu erkennen, ohne sich darin zu verstricken und diese im weiteren Prozess auch zu heilen. Dabei hilft das Aufspüren unseres sicheren Bindungssystem, das in jedem von uns angelegt ist. Indem wir die gesunden Anteile aktivieren, wird es möglich, ein ein gesundes Bindungsverhalten zu Partner* innen und Mitmenschen zu entwickeln und ebenso tragfähige wie glückliche Erwachsenenbeziehungen zu entwickeln.Wir alle wollen uns zugehörig fühlen, sehnen uns nach vertrauten Bindungen und Beziehungen - was leider nicht immer gelingt.

Das Somatic Attachment Training experiencing (SATe) ist eine von Diana Poole-Heller entwickelte, auf Bindungsfähigkeit ausgerichtete Methode – hier wird die Arbeit mit dem Nervensystem als neue Dimension der Aufarbeitung von Bindungsverletzungen und -traumata mit einbezogen. Die therapeutische Vorgehensweise ist eine einzigartige Mischung diverser psychotherapeutischer Ansätze, darunter Techniken aus Somatic Experiencing, Neurowissenschaft und spirituellen Sichtweisen, die in der Verbindung helfen können, Themen anzugehen, die heilungsbedürftig sind.

 

Psychotherapie hilft dabei, die Verletzung wahrnehmen zu dürfen, ohne retraumatisiert zu werden; die Ressourcen-basierte Arbeit des SATE nimmt die heilen Bindungsaspekte, die in jedem Menschen angelegt sind, in den Blick und fördert die positive Integration damit. Der Blick auf das Nervensystem zeigt: Die seelischen Verletzungen manifestieren sich über neurologische, also körperlich aktive Bahnungen. Heilung wird möglich, wenn der neurologisch-körperliche Aspekt mit einbezogen wird, was im SATe ein wichtiger Bestandteil ist.

 

Der Blick auf spirituelle Hintergründe gibt schwierigen seelischen und körperlichen Prozessen einen schützenden und vertrauensvollen Rahmen. Ich bin eingebunden in das große Ganze, vertraue auf einen Rahmen, der größer ist als ich und in dem alle Wesen heil sein dürfen.

 

So verbindet SATe Körper, Seele und Geist auf besondere Art und Weise indem alle Ressourcen einbezogen werden: der Körper als positiver Erinnerungsraum, das Nervensystem als Bahn zu neuen Ufern, die Seele als Sehnsuchtskompass und der spirituelle Raum als übergeordnetes Ganzes, das dem Prozess Vertrauen und Sicherheit gibt.

 

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